Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 22:22 Selenskyj nennt Putin "Patient Null" +++
Die in Russland inhaftierte Theaterregisseurin und Kriegsgegnerin Jewgenija Berkowitsch ist nach Angaben ihrer Anwältin im Gefängnis auf 42 Kilogramm abgemagert. "Sie ist wieder in eine Strafzelle gesteckt worden", sagt Ksenia Karpinskaja. Ihren Angaben zufolge ist es das dritte Mal, dass die 41-Jährige in Isolationshaft muss. Berkowitsch und die Dramaturgin Swetlana Petrijtschuk waren im Mai 2023 in Moskau festgenommen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, 2021 im einem ausschließlich mit Frauen besetzten Stück "Terrorismus gerechtfertigt" zu haben. In dem preisgekrönten Werk "Finist, der tapfere Falke" geht es um russische Frauen, die im Netz rekrutiert werden, um Islamisten in Syrien zu heiraten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kommentiert die nächtlichen Raktenangriffe auf Kiew: "Während die Menschen schliefen, erleuchteten die Blitze von Explosionen den Himmel", schreibt er auf der Plattform X. "Einmal mehr waren die Hauptziele der Angriffe Kiew und zivile Infrastruktur, Wohnhäuser, eine Entbindungsklinik sowie Energie- und Logistikinfrastruktur", schreibt Selenskyj nach einem Treffen in den USA mit Abgeordneten. Er erneuert dabei seine Forderung nach harten Sanktionen gegen Russland und Moskaus Unterstützer. Zudem brauche die Ukraine mehr Abfangraketen, um die ballistischen Raketenangriffe abwehren zu können.
Der slowakische Präsident Peter Pellegrini hat Russland in einer Rede vor den Vereinten Nationen vorgeworfen, absichtlich zivile Ziele in der Ukraine anzugreifen. Die meisten russischen Angriffe der letzten Zeit hätten "nichts mehr mit militärischen Zwecken zu tun", sondern würden nur Leid für die Zivilbevölkerung bringen, sagte er in seiner auf Englisch gehaltenen Rede vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Eine so ungewohnt scharfe Russland-Kritik des slowakischen Staatsoberhaupts steht im Kontrast dazu, dass die derzeitige politische Führung der Slowakei innerhalb der Europäischen Union oft als prorussisch kritisiert wird.
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht von Russland erneut mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Nach Auslösen des Luftalarms waren in der Stadt mehrere schwere Explosionen zu hören. Militärnahe Telegramkanäle zählen mindestens vierzehn Raketen in den ersten drei Angriffswellen. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärt, eine Person sei ums Leben gekommen, zwei weitere seien verletzt worden. Rettungskräfte seien in mehrere Stadtteile gerufen worden. In einem Stadtbezirk sei ein Haus beschädigt worden, möglicherweise seien dort Menschen unter den Trümmern eingeschlossen, schreibt Klitschko auf der Plattform Telegram weiter. Örtliche Medien berichten von mehreren Bränden im Stadtgebiet. Der Angriff nach 1.00 Uhr Ortszeit folgt auf einen Tag, an dem es bereits elfmal Luftalarm gegeben hatte.


