Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 07:14 Ukraine meldet vier Verletzte bei russischem Angriff auf Charkiw +++
Die Ukraine kann nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Kremlchef Wladimir Putin keine Bereitschaft zu einem baldigen Kriegsende erkennen. "Offensichtlich bereiten sich die Russen nicht darauf vor, den Krieg zu beenden - zumindest derzeit nicht", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Putin hat ständig irgendeinen Vorwand parat, um sich nicht zu treffen, um kein Dreiertreffen abzuhalten, um nicht zu sprechen, um diese Morde nicht zu beenden und nicht zu stoppen." An dieser Haltung habe sich seit Jahren nichts geändert. "Er sucht nach Vorwänden, um Krieg zu führen", sagte Selenskyj. "Es klingt immer gleich, und unser jüngstes Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zeigt dies." In Russland müsse der Wille entstehen, "Geld nicht für den Tod, sondern für etwas anderes auszugeben, damit dort der Wunsch entsteht, diesen Krieg zu beenden". Und daran arbeite Kiew gemeinsam mit seinen weltweiten Partnern.
Russland ist nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow entschlossen, seine militärischen Ziele in der Ukraine "egal wie" zu erreichen. "Die Ziele der speziellen Militäroperation werden erreicht, die Bedrohung der russischen Sicherheit wird beseitigt und das friedliche Leben wird zurückkehren", sagte Lawrow vor der UN-Vollversammlung in New York. Dies werde "egal unter welchen Umständen passieren". Gleichzeitig warf der russische Chefdiplomat Europa vor, die Friedensbemühungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump in der Ukraine zu behindern. "Europa tut alles in seiner Macht Stehende, um die von der Trump-Regierung gewünschten Friedensgespräche zu torpedieren", sagte Lawrow.
US-Präsident Donald Trump hofft, dass die Ukraine und Russland noch vor dem Winter eine Einigung erzielen. Journalisten fragten Trump eigentlich, ob er mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über Patriot-Raketen gesprochen habe, aber der US-Präsident ging stattdessen in seiner Antwort auf eine mögliche Einigung mit Russlands Machthaber Wladimir Putin ein. "Ich habe viel mit ihm (Selenskyj) gesprochen, und er ist dazu bereit, und Putin ist dazu bereit", so Trump. "Eines Tages - hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft, vielleicht noch vor dem strengen Winter - werden sie eine Einigung erzielen."
Der russische Außenminister Sergej Lawrow wirft den europäischen Staaten Kriegstreiberei vor. Die europäischen Länder täten alles, um die Aussicht auf Friedensverhandlungen zur Ukraine zu vereiteln, sagte Lawrow bei seinem Auftritt vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. "Da man in Europa die Vergeblichkeit seiner Bemühungen erkennt, tut man alles, um eine friedliche Lösung zu verhindern und die Aussichten auf Verhandlungen zu vereiteln, an denen viele interessiert sind, darunter auch die Regierung von (US-Präsident Donald) Trump." Der Westen versorge die ukrainische Regierung mit Waffen und helfe Kiew dabei, "Drohnen und Raketen auf Zivilisten und zivile Infrastruktur zu richten". Russland führt seit über viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und setzt selbst Raketen, Drohnen und auch Flugzeugbomben gegen Städte im Nachbarland ein.
Bundesaußenminister Johann Wadephul ist am Rande der UN-Generaldebatte in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow zusammengetroffen. Bei dem Gespräch habe der CDU-Politiker den russischen Außenminister aufgefordert, "den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der Nato zu verlassen", hieß es aus Kreisen der deutschen Delegation. Vorfälle wie der Anschlagsversuch am Leipziger Flughafen Anfang August würden "das von Russland ohnehin bereits schwer beschädigte bilaterale Verhältnis zu Deutschland weiter beeinträchtigen", hieß es weiter. Wadephul betonte Delegationskreisen zufolge, die Möglichkeit der Rückkehr zu einem konstruktiveren Verhältnis bestehe "jederzeit". Dies setze jedoch die ernsthafte Bereitschaft der russischen Führung voraus, den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. Eine solche Bereitschaft sei "bislang nicht zu erkennen".
Bei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens 16 Menschen getötet worden. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom Samstag wurden zwei Menschen in Saporischschja im Süden des Landes getötet, vier weitere Todesopfer meldeten die Behörden in Sumy und in Dnipropetrowsk. Die russischen Behörden meldeten zehn Todesopfer bei ukrainischen Angriffen.
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow getroffen. Das erste bilaterale Treffen der Außenminister der beiden Länder seit Jahren fand am Rande der UN-Generaldebatte statt.
In einer Kohlelagerstätte im russischen Jakutien ist es Medienberichten zufolge zu einer Explosion gekommen. Wie mehrere russischsprachige Medien melden, sollen bei dem Vorfall vier Menschen ums Leben gekommen sein. Es soll bei Schweißarbeiten an einer Reserve-Pumpstation zu der Detonation gekommen sein. Die Explosion sei nach vorläufigen Erkenntnissen möglicherweise durch einen Druckverlust oder einen Riss im Wassertank der Pumpstation verursacht worden, wird die regionale Staatsanwaltschaft zitiert. Bei den Todesopfern soll es sich um Menschen zwischen 20 und 49 Jahren handeln.
In einer von russischen Truppen besetzten Stadt im Süden der Ukraine sollen Menschen verhungert sein. Das meldet die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf einen Journalisten. Oleh Baturin schreibt bei Facebook, dass er mit inzwischen geflohenen Einwohnerinnen und Einwohnern aus der Stadt Oleschky gesprochen habe, die noch mit in der Stadt verbliebenen Menschen in Kontakt stehen. Demnach hat sich die Lage "immer weiter verschlimmert" in Oleschky. "Es gibt bereits Fälle, in denen Menschen verhungern", schreibt Baturin in dem Post. "Die Menschen pflücken Portulak aus ihren Gärten, kochen ihn und essen ihn. Wir halten uns fast ständig in unseren Häusern auf. Wir haben sogar Angst, nach draußen zu gehen. Die Kommunikationsverbindungen sind sehr schlecht, aber gelegentlich gelingt es uns, eine Verbindung herzustellen", wurde ein Einwohner zitiert. Gleichzeitig bestätigten Baturins Quellen keine Berichte, wonach die Menschen in Oleschky angeblich aus Hunger Hunde äßen: "Wir haben nichts über Hunde gehört." Auch sei Baturin nicht berichtet worden, dass Menschen Ratten gefangen und verspeist haben sollen.
Nach den nächtlichen Angriffen auf zivile Ziele in der Ukraine mit mehreren Toten und Verletzten ruft der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die internationalen Partner dazu auf, Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. "Wenn die Russen beschlossen haben, ihre Angriffe noch brutaler zu gestalten, muss die Welt entschlossenere Gegenmaßnahmen ergreifen, um eine weitere Ausweitung des Krieges zu verhindern", schreibt er in einer Mitteilung bei Telegram. Darin adressiert er auch konkret Politikerinnen und Politiker wie US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Der spanische Fotojournalist Diego Herrera ist in der Stadt Slowjansk vor zwei Tagen offenbar nur knapp einem russischen Drohnenangriff entkommen. Das schreibt die Organisation Reporter ohne Grenzen auf X. Demnach wurden sein Auto und seine Ausrüstung zerstört.
Der russische Präsident Wladimir Putin und der serbische Präsident Aleksandar Vucic haben in einem Telefonat über den Ukraine-Krieg und die Zusammenarbeit im Energiesektor gesprochen, wie der Kreml mitteilt.
Neben dem ukrainischen Drohnenangriff auf die Raffinerie von Ilski im südrussischen Gebiet Krasnodar bestätigt Wolodymyr Selenskyj auch eine Attacke auf eine Rüstungsfabrik im Gebiet Rostow. Demnach versorgt diese Russland unter anderem mit Bauteilen für Raketen.
Im Laufe des vergangenen Tages hat es zwischen ukrainischen und russischen Truppen 205 Gefechte an der Front gegeben. Das meldet Ukrinform mit Verweis auf den Generalstab der ukrainischen Streitkräfte. Russland hat demnach 79 Luftangriffe durchgeführt.


