Supreme Court erlaubt Hinrichtung von Frau in Tennessee
Erstmals seit mehr als 200 Jahren Supreme Court erlaubt Hinrichtung von Frau in Tennessee Stand: 01.10.2026 • 04:01 Uhr
Kurz vor knapp war die Vollstreckung des Todesurteils im Fall Christa Pike gestoppt worden. Doch nun hat der Oberste Gerichtshof in den USA anders entschieden: Die Hinrichtung ist rechtens. Sie soll zeitnah vollzogen werden.
Das Oberste US-Gericht hat den Weg für die erste Hinrichtung einer Frau im Bundesstaat Tennessee seit mehr als 200 Jahren freigemacht. Die Richter gaben im Fall von Christa Pike einem Eilantrag der für die Gefängnisse zuständigen Behörde statt. Eine Begründung für die Entscheidung gab es nicht.
Die Todesstrafe sollte noch am Mittwochabend (Ortszeit) ausgeführt werden, teilte eine Sprecherin der für die Hinrichtung verantwortlichen Strafvollzugsanstalt der Nachrichtenagentur dpa mit.
Die drei liberalen Richterinnen am Supreme Court kritisierten unterdessen die Mehrheitsentscheidung des Gerichts. In ihrer abweichenden Meinung argumentierte Sonia Sotomayor, die Entscheidung ebne dem Bundesstaat den Weg, Pike hinzurichten, bevor die Zweifel an der Rechtmäßigkeit des vorherigen Verfahrens ordnungsgemäß geprüft werden könnten. Die Richterinnen Elena Kagan und Ketanji Brown Jackson schlossen sich dem an.
Sotomayor schrieb weiter, sie sehe keinen Grund dafür, den üblichen Weg dieser Überprüfung zu umgehen, "insbesondere angesichts der schwerwiegenden Folgen einer fehlerhaften Entscheidung". Sie bezeichnete das Vorgehen als "außergewöhnlich".
Am Mittwoch war die Vollstreckung per Giftspritze erst kurz vor knapp gestoppt worden. Die heute 50-Jährige wurde 1996 für den Mord an einer damals 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt. Pike war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet.
Die zum Tode verurteilte Pike habe Zweifel an der Rechtmäßigkeit des vorigen Verfahrens dargelegt, die nun geprüft werden müssten, entschied ein Berufungsgericht noch am Mittwoch. Zentraler Punkt dabei ist die gerichtliche Würdigung von Traumata, die Pike eigenen Angaben zufolge als Kind erlitt.
Dieses Thema im Programm: NDR Info | Nachrichten | 01.10.2026 | 2:55 Uhr

