Italien erwägt Marinemission im Roten Meer zum Schutz von Frachtern

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Die Huthi-Miliz kontrolliert die Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer weitgehend. Ohne auf die EU zu warten, will Italien dort Schiffe mit der eigenen Marine schützen. Die Ankündigung dürfte vor allem ein Signal in Richtung Brüssel sein.

Meerenge vor dem Jemen Italien droht mit Alleingang im Roten Meer Stand: 18.09.2026 • 13:02 Uhr

Die Huthi-Miliz kontrolliert die Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer weitgehend. Ohne auf die EU zu warten, will Italien dort Schiffe mit der eigenen Marine schützen. Die Ankündigung dürfte vor allem ein Signal in Richtung Brüssel sein.

Angesichts der sich zuspitzenden Lage in der Meerenge Bab al-Mandab hat Italien angekündigt, die Durchfahrt italienischer Schiffe mit Hilfe der Marine zu gewährleisten. Das Land wolle dabei nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der EU warten, teilte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto mit.

"Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen", so Crosetto. Wenn die Seeroute nicht befahren werden könne, habe das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische Entscheidungsverzögerungen eine ohnehin schon komplexe Situation verschärfen", so der Verteidigungsminister weiter.

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Seit 2024 ist die EU mit der Mission "Eunavfor Aspides" im Roten Meer tätig - eine defensive Operation zur Sicherung der freien Schifffahrt. Nun habe man beschlossen, nicht länger auf die Abstimmungen dieser EU-Mission zu warten, so Crosetto. Eine italienische Fregatte ist bereits vor Ort, offiziell unter EU-Mandat. Die Regierung in Rom will nun prüfen, ob das Parlament die Einsatzregeln der Marine neu beschließen müsste.

Die rechtlichen und politischen Hürden für einen Alleingang dürften hoch sein - ein diplomatischer Affront in Richtung Brüssel ist die Ankündigung allemal. Italien könnte dadurch versuchen, die EU schneller zum Handeln zu bewegen. Denn das Land wäre wirtschaftlich tatsächlich stark betroffen, sollten Reedereien das Rote Meer langfristig meiden und Afrika umfahren.

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Die mit Iran verbündete und von Teheran militärisch und finanziell unterstützte Huthi-Miliz hatte in einer Blitzoffensive in der vergangenen Woche die gesamte Westküste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht und strategisch wichtige Inseln erobert. Sie hat damit praktisch uneingeschränkten Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab.

Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean. Ähnlich wie die Straße von Hormus hat sie eine große Bedeutung für den Welthandel.

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Seit Jahren greifen die Huthi immer wieder Schiffe in der Region an. Im November 2023, kurz nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel und dem Ausbruch des Gaza-Kriegs, hatten die Huthis damit begonnen, im Roten Meer und im Golf von Aden Handelsschiffe mit angeblichem Bezug zu Israel anzugreifen. Die USA und ihre Verbündeten reagierten darauf seit Anfang 2024 mit Angriffen auf Huthi-Ziele im Jemen.

Nach dem gemeinsamen Angriff der USA und Israels auf Iran im Februar 2026 hat sich der Konflikt verschärft.

Im Mai hatten die Huthi und die USA zwar eine von Oman vermittelte Waffenruhe unterzeichnet, die Huthi erklärten jedoch, weiterhin israelische Schiffe anzugreifen. Die Miliz gehört neben der Hisbollah im Libanon und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen zu der von Iran angeführten und gegen Israel und die USA gerichteten "Achse des Widerstands". Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.

Mit Informationen von Anna Giordano , ARD-Studio Rom.

Dieses Thema im Programm: RBB24 Inforadio | Nachrichten | 18.09.2026 | 06:45 Uhrtagesschau.de | Italien will Frachter im Roten Meer notfalls im Alleingang schützen | 18.09.2026 | 12:02 Uhr

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https://www.tagesschau.de/ausland/europa/italien-erwaegt-marineeinsatz-rotes-meer-100.html
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