ICE-Strecke gesperrt: Bombenfund löst Zugchaos aus - T-Online
Ein ICE der Deutschen Bahn (Symbolbild): Auf der Strecke Berlin – Hamburg geht nichts mehr. (Quelle: Michael Matthey/dpa)VorlesenAktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:001xTeilenEin mutmaßlicher Blindgänger löst Chaos im Bahnverkehr aus. Auf der Strecke Hamburg – Berlin fahren keine Züge mehr. Später gibt es Entwarnung.
Weil bei Bauarbeiten in Müssen ein mutmaßlicher Blindgänger gefunden wurde, sperrte die Bahn die viel befahrene Strecke zwischen Hamburg und Berlin. Wie das Unternehmen mitteilte, müssen sämtliche ICE auf dieser Strecke entfallen.
Auch sämtliche ICE-Züge zwischen Hamburg und Rostock würden gestrichen, hieß es vom Konzern. ICEs, die zwischen Berlin, Hamburg und Amsterdam verkehren, würden umgeleitet. Die Halte in Hamburg-Bergedorf und Hamburg-Harburg entfallen. Ersatzweise halten die Züge in Hannover Hauptbahnhof.
Reisende zwischen Berlin und Hamburg werden aufgefordert, alternative Verbindungen mit Umstieg in Hannover zu wählen. Zwischen Berlin und Ludwigslust könne zudem der Regionalverkehr eine Alternative sein.
Medienberichten zufolge war der mutmaßliche Blindgänger in Müssen (Kreis Herzogtum Lauenburg) entdeckt worden. Zahlreiche Regionalzüge fallen dadurch ebenfalls aus. Bauarbeiter seien in 40 bis 50 Zentimetern Tiefe auf einen metallischen Gegenstand gestoßen, teilte eine Polizeisprecherin der "Ostsee-Zeitung" mit. "Nach derzeitigen Erkenntnissen könnte es sich um einen Sprengkopf handeln", hieß es.
Die örtlichen Behörden richteten eine Evakuierungszone im Umkreis von 200 Metern um den Bahnhof in Müssen ein – eine entsprechende amtliche Warnung wurde über die Warn-App Nina versendet. "Meiden Sie das betroffene Gebiet. Meiden Sie den Gefährdungsbereich. Verlassen Sie sofort das betroffene Gebiet", heißt es.
Am Mittag wurde die Sperrung aufgehoben. Bei dem am Bahnhof Müssen östlich von Hamburg gefundenen Gegenstand handelte es sich nach Angaben der Polizei um einen Sprengkopf des Typs SAP 60 - ein Munitionsteil aus dem Zweiten Weltkrieg.
Zünder und Sprengstoff der mutmaßlich britischen Luft-Boden-Rakete waren noch vorhanden. Der Kampfmittelräumdienst stellte die Munitionsteile sicher und transportierte sie ab, um sie unschädlich zu machen.


