"Entsetzlich": Russland bombardiert Schule – 26 Tote - T-Online

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Ukrainische Soldaten wehren einen weiteren russischen Drohnenangriff bei der getroffenen Schule ab. (Quelle: REUTERS/Stringer)VorlesenAktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:001xTeilenDie Ukraine meldet einen tödlichen Angriff auf eine Schule in der Region Saporischschja. Dabei soll Russ...

Ukrainische Soldaten wehren einen weiteren russischen Drohnenangriff bei der getroffenen Schule ab. (Quelle: REUTERS/Stringer)VorlesenAktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:001xTeilenDie Ukraine meldet einen tödlichen Angriff auf eine Schule in der Region Saporischschja. Dabei soll Russland besonders perfide vorgegangen sein.

Bei russischen Angriffen auf ein Dorf im Südosten der Ukraine sind örtlichen Behörden zufolge mindestens 26 Menschen getötet worden. Betroffen ist Komyschuwacha in der Region Saporischschja, teilte der Gouverneur der Region, Mychailo Semikin, am Montag auf Telegram mit.

"Die Russen beweisen immer wieder, dass sie die Ukraine hassen – alles, was es hier gibt", sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Der Angriff erfolgte, als sich die noch in der frontnahen Ortschaft verbliebenen Menschen bei der Schule versammelten, um Hilfsgüter zu empfangen. Helfer suchten auch am Abend in den Trümmern nach weiteren Opfern, da noch 27 Bewohner als vermisst galten.

Komyschuwacha: Ein ausgebrannter Bus, der als Transporter für Hilfsgüter diente. (Quelle: Handout)Das Dorf in der Region Saporischschja sei seit dem Morgen wiederholt von Bomben getroffen worden, erklärte Selenskyj in Onlinediensten. "Menschen haben dort humanitäre Hilfe erhalten", teilte er mit Blick auf die getroffene Schule mit. Jeden Montag seien dort Hilfsgüter ausgegeben worden und die Russen hätten genau in dem Moment angegriffen, als die ersten Menschen dort eintrafen.

Laut ukrainischen Medien soll die Attacke in zwei Wellen ("double-tap") ausgeführt worden sein. Demnach griff die russische Armee zunächst mit schweren Fab-3000-Gleitbomben an. Diese zerstörten das Gebäude und rissen einen tiefen Krater in den Untergrund. Als Einsatzkräfte und Rettungsdienste herbeieilten, kam die zweite Welle – ebenfalls mit Gleitbomben und offenbar auch mit Drohnen.

Von ukrainischen Rettungsdiensten veröffentlichte Bilder zeigen das ehemalige Schulgebäude, von dem nur noch rauchende Trümmer übrig sind, und den Einsatz der Rettungskräfte vor Ort. Unter den Getöteten sind Gouverneur Semikin zufolge auch "ein Polizeibeamter und zwei Rettungskräfte des staatlichen Rettungsdienstes".

Der zweite Luftangriff habe auch einem Schutzraum gegolten, in dem sich Menschen in Sicherheit gebracht hätten, fügte der Präsident hinzu. Zudem mussten ukrainische Soldaten während der Rettungsarbeiten weitere Drohnenangriffe abwehren – nur mit Maschinengewehren bewaffnet.

Der Schutzraum in der Nähe einer Schule wurde in dem Dorf Komyschuwacha in der Ukraine getroffen. (Quelle: Reuters/Stringer)Sanitäter kämpften um das Leben schwer verletzter Personen. Anderen Helfern blieb nichts anderes übrig, als Leichentücher über die toten Körper der Opfer zu legen. Vor einem Transporter legten die Einsatzkräfte weiße Säcke mit leblosen Körpern ab. Mitten im Dorf klafft nun ein riesiger Krater.

Der ukrainische Präsident sprach von einem "entsetzlichen" Angriff, er verurteilte den Angriff als "außergewöhnlich hinterhältigen Terroranschlag". Sie würden zudem Hoffnungen zerstören, dass mit Russland "Fortschritte hin zum Frieden" möglich seien.

Den Einsatzkräften blieb in vielen Fällen nur noch der Abtransport der Leichen. (Quelle: Reuters/Stringer)"Nach der humanitären Operation in Oleschky gab es einen Moment, an dem die nächsten Schritte hätten zeigen können, dass Fortschritte hin zum Frieden möglich sind", erklärte Selenskyj. "Mit diesen Tötungen sendet Russland ein komplett gegensätzliches Signal aus: Russland setzt auf mehr Tötungen."

Im Ukraine-Krieg war am Sonntagabend eine sechstägige Feuerpause in der südukrainischen Stadt Oleschky in der Region Cherson ausgelaufen. Wenige Stunden später nahm Russland seine Angriffe in der Region nach ukrainischen Angaben wieder auf. "Russland setzt die Morde fort", sagte Selenskyj.

In naher Zukunft rechne die Ukraine mit weiteren schweren Angriffen des russischen Militärs, sagte Selenskyj. Sie könnten während der Zwischenwahlen in den USA "sozusagen von der Weltöffentlichkeit übersehen werden". Selenskyj forderte mehr Druck auf Moskau. "Man darf nicht mit den russischen Einnahmen aus Öl oder Gas spielen, sondern muss so viel Druck auf Russland ausüben, dass es für sie keine Alternative gibt, als diesen Krieg zu beenden."

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