Eishockey: „Verwerflich, absurd!“ Dresden-Sportchef teilt richtig aus - BILD
Dresdens Sportdirektor Jens Baxmann (re.) neben Eislöwen-Trainer Bo Subr
Aus dem Nichts tauchte bei diesem Eishockey-Klub plötzlich richtig Unruhe auf. DEL-Absteiger Dresdner Eislöwen kämpft sich gerade aus dem Mittelfeld Richtung Spitze der 2. Liga vor, musste allerdings am Freitag mit der 1:2-Pleite gegen Schlusslicht Bad Nauheim einen herben Dämpfer einstecken. Im BILD-Interview rechnet Sportdirektor Jens Baxmann (41) mit einem Thema aber richtig ab.Fass mir den Artikel zusammen
BILD: Rund um den 6:2-Heimsieg vor einer Woche gegen Rosenheim gab es Gerüchte, dass die Zwillinge Tylor und Tyson Spink auf dem Sprung nach Bremerhaven oder Düsseldorf wären...
Baxmann: „Das ist maximaler Wahnsinn, für mich absurd und verwerflich. Da wurden einfach Behauptungen in die Welt gesetzt, die jeglicher Grundlage entbehren. Das hat enorme Wellen geschlagen, obwohl nicht ein Fünkchen Wahrheit dran war. Ich habe absolut kein Verständnis dafür, wie leichtfertig so etwas verbreitet wird, ohne sich über die möglichen Folgen Gedanken zu machen.“
Die Zwillinge Tylor (l.) und Tyson Spink (r.) von den Dresdner Eislöwen jubeln mit Ryan MacKinnon
„Tylor hatte Fieber und saß mit seiner hochschwangeren Frau zuhause und Tyson war verletzungsmäßig leicht angeschlagen. Daher haben wir ihn rausgelassen, weil wir kein Risiko eingehen wollen. Überhaupt nichts Dramatisches, ein üblicher Vorgang. Doch beide fehlten auf dem Aufstellungsbogen. Und die Leute waren sich nicht im Klaren, was sie mit ihrer Aussage bewirken.“
„Die Spieler und ich wurden von anderen Klubs angeschrieben und fragten sich, was da los ist. Ich war richtig sauer. Es hat die Jungs beschäftigt und bringt Unruhe ein. Ich habe dafür null Verständnis. Die Zwillinge sind mit ihren Familien sehr happy in Dresden. Es gab nicht mal Anzeichen, dass da etwas brodelt.“
Wie sind Sie denn mit dem Saisonstart zufrieden?
„Das Gefühl, was alle haben, ist schlechter, als es in Wirklichkeit ist. Natürlich ist noch etwas Sand im Getriebe, aber wir müssen nicht in Panik verfallen. Ich sehe eine Entwicklung und die Mannschaft ist intakt. Dazu darf man nicht vergessen, dass man im Misserfolg den Teamkollegen besser kennenlernt, als wenn alles glattläuft. Das kann hinsichtlich der Playoffs wichtig werden.“
Was ist bei Neuzugängen geplant, eine Ausländerstelle ist ja noch frei im Kader?
„Grundsätzlich hatten wir letzte Woche einige Gespräche. Wir müssen den Gegentorschnitt konstant auf 2,5 herunterbekommen. Da gibt es noch verschiedene Überlegungen, weil auch die Stürmer besser nach hinten arbeiten können. Wir haben jetzt erstmal mit Carl Konze von Krefeld einen Ersatz geholt, falls uns Felix Krüger wegen der U20-Weltmeisterschaft ab Mitte Dezember vier bis fünf Wochen fehlt.“Wie viele Ausländerstellen darf ein DEL2-Klub besetzen?
Im Tor hat Marvin Berbner (20) überrascht. Aber wie planen Sie da für die Playoffs?
„Marvin wurde vom Zero zum Hero, er hat seine Chance hervorragend genutzt und starke Leistungen gezeigt. Wir freuen uns über seine Entwicklung. Gleichzeitig ist es wichtig, gerade bei jungen Spielern mit Augenmaß vorzugehen und ihnen die nötige Zeit zu geben. Die Torhüterposition hat einen enormen Einfluss auf das Spiel. Wir müssen zunächst abwarten, wann Janick Schwendener nach seiner Verletzung zurückkehrt. Unser Ziel ist es, hier mit Blick auf die Playoffs bestmöglich aufgestellt zu sein. Dafür prüfen wir grundsätzlich alle Optionen, auch die Besetzung mit der noch freien Ausländerstelle.“
Am Sonntag geht´s zum Top-Spiel nach Kassel, das Freitag in Düsseldorf 1:2 nach Verlängerung verlor...Was sollte ich als Nächstes lesen?
„Kassel hat etwas Druck. Seit zehn Spielen haben sie keinen Dreier geholt, dafür oft nach Verlängerungen und Shootouts gewonnen.“
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