Deutschland ist OECD-Spitzenreiter bei MINT-Abschlüssen
OECD-Studie Deutschland ist Spitzenreiter bei MINT-Abschlüssen Stand: 29.09.2026 • 13:46 Uhr
Insgesamt steht Deutschland in Sachen Bildung recht gut da. Im Vergleich aller OECD-Länder führt die Bundesrepublik sogar bei Abschlüssen in MINT-Fächern. Allerdings ist auch der Anteil junger Menschen ohne Abschluss oder Ausbildung gestiegen.
In Deutschland erlangen mehr junge Menschen einen Hochschulabschluss oder einen höheren beruflichen Abschluss als noch vor zehn Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Bildung auf einen Blick 2026" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Im Vergleich aller 38 zur OECD gehörenden Staaten liegt Deutschland damit aber immer nur unter dem Durchschnitt.
Laut der Studie liegt der Anteil bei 25- bis 34-Jährigen, die einen solchen Abschluss vorweisen können, in Deutschland bei mittlerweile 41 Prozent. Das bedeute ein Plus von elf Prozentpunkten im Vergleich gegenüber 2016. Insgesamt liegt der OECD-Durchschnitt aber bei 47 Prozent.
Spitzenreiter ist Deutschland mit Blick auf alle OECD-Länder aber bei Abschlüssen in sogenannten MINT-Fächern, also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik. 34 Prozent der Hochqualifizierten mit in Deutschland erworbener Hochschulreife machen ihren Abschluss in einem dieser Fächer - der höchste Anteil im Ländervergleich, wo der Durchschnitt bei 23 Prozent liegt. Bei Studierenden aus dem Ausland, die ihren Abschluss in Deutschland machen, liegt der Anteil sogar bei 51 Prozent.
OECD sieht Fortschritte in Deutschland tagesschau, Das Erste, 29.09.2026 • 12:00 Uhr Großteil aller Deutschen in Erwerbsalter ist gut gebildet Insgesamt ist die deutsche Bevölkerung im klassischen Erwerbsalter laut der Studie gut gebildet: 86 Prozent der 25- bis 64-Jährigen haben demnach mindestens eine berufliche Ausbildung oder die Fachhochschulreife. Damit kommt Deutschland wiederum über den Durchschnitt aller OECD-Länder, der bei 82 Prozent liegt.
Beim erneuten Blick auf die Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren kommt die Studie jedoch auch zu dem Ergebnis, dass bundesweit etwa jede Siebte nur als gering qualifiziert gilt. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als der Schnitt von zwölf Prozent in allen OECD-Staaten. Elf Prozent der 18- bis 24-Jährigen in Deutschland befanden sich laut der Studie weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung. Zum Vergleich: Bei der Erhebung im Jahr 2016 waren es noch neun Prozent.
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In Sachen Ausgaben für den Bereich Bildung liegt Deutschland knapp unter dem OECD-Durchschnitt: 2023 flossen laut Studie rund 4,4 Milliarden des Bruttoinlandsprodukts an Bildungseinrichtungen, im OECD-Schnitt waren es 4,7 Prozent. Überdurchschnittlich viel investiert Deutschland in die beruflichen Bildung. Demnach liegen die Ausgaben für berufsbildende Bildungsgänge bei 27.880 Dollar je Schülerin oder Schüler, also umgerechnet 24.580 Euro. Der OECD-Schnitt liegt hier lediglich bei 16.104 Dollar.
Die neue OECD-Studie hat zudem den Schwerpunkt Lehrkräftemangel, der viele Länder betrifft. In Deutschland lägen vergleichsweise wenige Daten vor, sagte OECD-Bildungsforscher Andreas Schleicher. Allerdings zeichnen sich auch hier Schwachstellen ab. Laut der Studie besuchen bundesweit 55 Prozent der Kinder und Jugendlichen Schulen, deren Leitung angibt, dass Lehrermangel den Lernerfolg schmälert. Außerdem hätten in Deutschland 18,6 Prozent aller Lehrkräfte einen für ihre Lehrtätigkeit nicht passenden Abschluss oder eine nicht abgeschlossene Ausbildung.
Dieses Thema im Programm: Das Erste | Tagesschau | 29.09.2026 | 12:00 Uhr


