Deutlich höheres Wirtschaftswachstum erwartet als bisher angenommen

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Die deutsche Wirtschaft könnte 2026 viel stärker wachsen als im Frühjahr angenommen. Führende Forschungsinstitute gehen in ihrer Herbstprognose von 1,3 Prozent aus. Aber der Aufschwung habe ein "schmales Fundament".

Eilmeldung Herbstprognose Deutlich höheres Wirtschaftswachstum erwartet Stand: 24.09.2026 • 10:49 Uhr

Die deutsche Wirtschaft könnte 2026 viel stärker wachsen als im Frühjahr angenommen. Führende Forschungsinstitute gehen in ihrer Herbstprognose von 1,3 Prozent aus. Aber der Aufschwung habe ein "schmales Fundament".

Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr stark angehoben: Sie erwarten eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent, wie sie in ihrer gemeinsamen Herbstprognose erklären.

Die Erholung der Wirtschaft fiele damit stärker aus als noch im Frühjahr erwartet - damals lag die Prognose bei 0,6 Prozent.

Die Institute erklärten, vor allem die Exporte und die Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe hätten "überraschend stark" zugelegt. Impulse seien von der robusten Weltkonjunktur und dem weltweiten KI-Boom gekommen. Auch hätten Wettbewerber aus der Golfregion wegen des Iran-Kriegs erhebliche Produktionsprobleme gehabt.

Der mit dem Iran-Krieg verbundene Energiepreisschock habe die deutsche Wirtschaft zwar gebremst, die höheren Preise für Kraftstoffe und Heizöl hätten sich bislang aber kaum auf die übrigen Verbraucherpreise ausgewirkt.

Die OECD hat ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr deutlich heraufgesetzt. mehr

Dennoch bleibe die Erholung insgesamt schwach, betonten die Wirtschaftsforscher. Der Aufschwung stehe "auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten", erklärte Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Im laufenden Quartal bremse zudem Niedrigwasser die Aktivität vorübergehend.

Für 2027 erwarten die Institute ein Plus von 1,1 Prozent, für 2028 aber nur noch eine Zunahme des BIP von 0,4 Prozent - dann "verliert die Expansion an Tempo".

Mit Blick auf die jüngsten Wahlen in Deutschland warnen die Wirtschaftsforscher vor einer "in Teilen stärker populistisch geprägten Politik", die die Attraktivität des Standorts für gut qualifizierte Beschäftigte beeinträchtigen und den Arbeitskräftemangel noch verschärfen könne.

Die politische Unsicherheit sei im Zusammenhang mit den jüngsten Wahlen und den Regierungsbildungen noch gestiegen, sagte Holtemöller. Offen sei vor allem, welche Folgen sich daraus für die wirtschaftspolitische Reformagenda ergeben.

Die AfD war bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft geworden. Die im Bund regierenden CDU und SPD büßten stark ein. In der SPD wird der Reformkurs der Bundesregierung zunehmend in Frage gestellt.

Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 24.09.2026 | 10:00 Uhr

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