+++ 19:24 Weitere Todesopfer unter Trümmern entdeckt - Opferzahlen in Charkiw steigen weiter +++
Russland hat die Ukraine in der Nacht mit 137 Drohnen angegriffen. Laut Luftabwehr wurden 114 davon abgeschossen. An 17 Orten wurden demnach Einschläge registriert. "Der Angriff dauert noch an, da sich mehrere feindliche Drohnen weiterhin im ukrainischen Luftraum befinden", schreibt die Behörde. "Bitte beachten Sie die Sicherheitsmaßnahmen!"
Südkorea hat einem Bericht des "Guardian" zufolge mithilfe von sanktionierten Tankern Treibstoff nach Russland transportiert. Das Blatt analysiert Hafenunterlagen und Schiffsverfolgungsdaten, die ergeben, dass im Juli und August über 176.000 Tonnen Treibstoff, hauptsächlich Diesel, in mehreren südkoreanischen Häfen auf sieben Tanker verladen wurde, die 14 Fahrten in den russischen Fernen Osten unternahmen. Drei der Schiffe stehen demnach unter Sanktionen Großbrittaniens und der EU, und eines nahm seine Ladung im Rahmen eines Schiff-zu-Schiff-Transfers in südkoreanischen Gewässern an. Mit dieser Methode, wird die Herkunft der Ladung verschleiert und das Anlaufen von Hafenterminals vermieden. Ein Experte sagt laut Bericht, Seoul "untergrabe" damit seine öffentliche Unterstützung der Ukraine.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Moskau ist nach russischen Angaben ein Mensch getötet worden. Zudem seien sechs Personen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Andrej Worobjow, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärt, die russische Luftabwehr habe den Großteil von insgesamt 650 in der Nacht auf die Hauptstadt zugesteuerten Drohnen abgeschossen (siehe Eintrag von 6.17 Uhr).
Wenn Russland in diesem Winter erneut gezielt die Energieinfrastruktur der Ukraine angreife, könnten dezentrale, erneuerbare Energiequellen zur Lebensversicherung werden, sagt Außenminister Johann Wadephul. Sie seien schwieriger zu zerstören und nicht vom Import fossiler Energieträger abhängig. Der Minister nannte Investitionen in Klimaschutz auch Investitionen in unsere Sicherheit.
Die Ukraine hat die Region der russischen Hauptstadt Moskau nach Behördenangaben in der Nacht mit rund 650 Drohnen angegriffen. Die meisten seien von der Luftabwehr aus großer Entfernung unschädlich gemacht worden, schreibt der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin auf der Plattform Telegram. 105 Drohnen seien bei ihrem Anflug auf die Hauptstadt zerstört worden. Über Schäden oder Verletzte gibt es zunächst keine Informationen. Die Angaben aus Moskau können zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Sollten die russischen Angaben zur Zahl der abgeschossenen Drohnen zutreffen, würden sie auf einen großen Angriff der Ukraine hindeuten. Das Portal "Kyiv Independent" berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, bei dem Angriff sei eine Ölförderanlage rund 40 Kilometer entfernt von Moskau ins Visier genommen worden.
Russland hat der Ukraine einen tödlichen Drohnenangriff auf das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja vorgeworfen. Bei dem Angriff sei ein Fahrer getötet worden, der Lebensmittel für die Mitarbeiter geliefert hat, sagt der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow. Ziele seien ein Labor und eine Anlage zur Verarbeitung radioaktiver Abfälle gewesen. Eine Gefahr für die nukleare Sicherheit bestehe laut dem Atomkonzern nicht.
Der Chef der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI), Michael Höllerer, sieht derzeit keine Anzeichen für eine drohende Zwangsenteignung des Russland-Geschäfts. Die RBI wolle das Land aber so schnell wie möglich verlassen. "Wenn ich morgen eine Opportunität hätte, aus Russland auszusteigen, würde ich es morgen machen", sagt Höllerer im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. Die Bank prüfe seit Beginn des Krieges in der Ukraine einen Ausstieg. Ein solcher Schritt sei jedoch komplex und erfordere zahlreiche Genehmigungen, insbesondere von den russischen Behörden.
Russland beschießt eigenen Angaben zufolge ein Frachtschiff im ukrainischen Schwarzmeerhafen Piwdennji. Das Schiff sei zur Versorgung des ukrainischen Militärs eingesetzt worden, teilt das russische Verteidigungsministerium mit.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft trotz der verstärkten russischen Angriffe auf sein Land auf eine baldige Wiederaufnahme von Gesprächen über eine Beendigung des Kriegs. "Ich gehe davon aus, dass es der amerikanischen Seite im Oktober gelingen wird, ein Dreiertreffen zu organisieren", sagt er in seiner abendlichen Videoansprache. Das ukrainische Verhandlungsteam stehe bereit. "Diese Bereitschaft muss nun auch von Russland kommen." Die Diplomatie müsse nun auch in Russland zur Priorität werden. "Bislang konzentrieren sie sich ausschließlich auf Angriffe auf die Ukraine und auf destabilisierende Aktivitäten in Europa", so Selenskyj. Eine wichtige Aufgabe der USA und aller starken Partner der Ukraine sei es, Russland zur Diplomatie zu bewegen, "zu konkreten Schritten statt zu Tötungen". Russland hat seit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine mehrfach angedeutet, zu Verhandlungen unter Bedingungen bereit zu sein, sich dann aber wieder distanziert.
Im September sind in der Ukraine nach Angaben des Bahnbetreibers mehr als 5800 Züge wegen der Gefahr durch russische Drohnenangriffe evakuiert worden. Insgesamt 5831 Züge seien betroffen gewesen, durchschnittlich 205 Züge pro Tag, teilt der ukrainische Bahnbetreiber mit. Zugverbindungen werden demnach regelmäßig gestoppt, sobald russische Drohnen näher als 100 Kilometer herankommen. Im Falle eines drohenden Angriffs müssen die Passagiere aussteigen und auf Feldern oder am Gleisrand warten, bis die Gefahr vorüber ist. Der längste erzwungene Halt dieser Art im September dauerte sechseinhalb Stunden.
Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung steigt angesichts der wachsenden Spannungen zwischen der Nato und Russland und des neuen Wehrdienstes rasant an. "Im Zeitraum Januar bis August 2026 sind im BAFzA (Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, Anm. d. Red.) insgesamt 12.102 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung eingegangen", sagte eine Sprecherin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Im gesamten Jahr 2025 gab es laut dem Bundesamt lediglich 3879 Anträge, 2024 waren es 2249.


