+++ 07:21 Ukraine: Russland bombardiert Kraftwerk +++

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Russische Luftstreitkräfte haben ukrainischen Angaben zufolge ein Kraftwerk nahe der ukrainischen Stadt Sumy bombardiert. Auch eine Militärbrigade in der Region Saporischschja sei angegriffen worden. Wie russische Nachrichtenagenturen melden, kam bei dem Angriff eine Bombe vom Ty...

Russische Luftstreitkräfte haben ukrainischen Angaben zufolge ein Kraftwerk nahe der ukrainischen Stadt Sumy bombardiert. Auch eine Militärbrigade in der Region Saporischschja sei angegriffen worden. Wie russische Nachrichtenagenturen melden, kam bei dem Angriff eine Bombe vom Typ FAB-3000 zum Einsatz. Die Agenturen beriefen sich auf das Verteidigungsministerium in Moskau. 

Es gibt Berichte über einen ukrainischen Drohnenangriff in der südrussischen Region Krasnodar, der die Afipsky-Ölraffinerie zum Ziel gehabt haben soll. In der Raffinerie sei ein Brand ausgebrochen, meldet der Telegramkanal Exilenovaplus in der Nacht. Laut dem Telegramkanal Astra berichten Anwohner von mehreren Explosionen in der Stadt Krasnodar, vom Einsatz der Luftabwehr, sowie von starker Rauchentwicklung aus Richtung der Raffinerie. Der Qualm ziehe bis zu den Außenbezirken der Stadt, heißt es. Dass die Raffinerie getroffen wurde, ist bisher nicht offiziell bestätigt. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurden in der Nacht über der Region Krasnodar ukrainische Drohnen abgewehrt.

Bundesaußenminister Johann Wadephul reist am heutigen Freitag zu einem Treffen des Ostseerats nach Warschau. Bei den Beratungen mit seinen Kollegen aus den Ostseeanrainer-Staaten stehen nach Angaben des Auswärtigen Amts die weitere Unterstützung der Ukraine sowie die Aktivitäten der sogenannten russischen Schattenflotte im Mittelpunkt. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen umgeht Russland die im Zuge des Ukraine-Kriegs verhängten Handelssanktionen. Der Ostseerat wurde 1992 gegründet. Dem Gremium gehören derzeit acht Ostsee-Anrainerstaaten an - neben Deutschland und Polen sind dies Estland, Lettland, Litauen, Schweden, Finnland und Dänemark - sowie Norwegen, Island und die EU-Kommission. 

Nach einem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez kündigt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an, dass Madrid ein Militärhilfepaket in Höhe von 437 Millionen Euro (490 Millionen US-Dollar) an die Ukraine liefern wird. "Spanien hat uns während des gesamten Krieges stets Hilfe und Unterstützung geleistet", sagt Selenskyj. "Und es gibt ein neues Militärhilfepaket aus Spanien im Wert von 437 Millionen Euro. Vielen Dank!" Anlässlich des 30. Iberoamerikanischen Gipfels traf Selenskyj mit hochrangigen Beamten aus spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern Europas und Amerikas zusammen. Die Gelder werden dazu beitragen, die ukrainische Luftverteidigung zu stärken, da russische Angriffe die ukrainische Transport- und Energieinfrastruktur schwer treffen, sagt Selenskyj. 

Bundesfamilienministerin Karin Prien wirbt um mehr Zustimmung zu den deutschen Ukraine-Hilfen. "Die Ukraine steht vor dem nächsten, möglicherweise härtesten Kriegswinter", sagt sie der "Rheinischen Post". "Die ukrainische Bevölkerung leidet unter den massiven Angriffen Russlands. Und natürlich wissen wir: Die Ukraine verteidigt nicht nur ihr Land, sondern die demokratische Zukunft und zentrale Werte Europas." Sie betont: "Wer den Mut der Menschen und den ungebrochenen Willen erlebt, Freiheit, Demokratie und nationale Unabhängigkeit zu verteidigen, kann keinen Zweifel daran haben, dass wir die Ukraine weiter unterstützen müssen." Die Ministerin sieht aber gleichzeitig die Notwendigkeit, den Menschen in Deutschland die große Unterstützung für das kriegsgebeutelte Land zu erklären. 

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha rechnet nach der Zwischenwahl in den USA mit neuen Schritten zur Unterstützung seines Landes. "Wir erwarten eine neue Dynamik", sagt er auf einer Pressekonferenz in Bukarest. "Wir erwarten neue Schritte zur Unterstützung der Ukraine." Ohne die USA sei es nicht möglich, den Krieg zu beenden. Zugleich sei eine neue Rolle für Europa erforderlich.

Die Bundeswehr hat in diesem Jahr bereits 4737 Auftritte an Schulen und Hochschulen absolviert. Das geht aus Antworten des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die der "Rheinischen Post" vorliegt. Bundesweit sind laut Ministerium zudem mehr als 500 weitere Auftritte bis Jahresende geplant. Am häufigsten schaute die Bundeswehr in den vergangenen Monaten in Bayern vorbei, wo es in diesem Jahr schon 1026 Schulauftritte gab - die meisten von ihnen an Berufsschulen. In Nordrhein-Westfalen war die Bundeswehr 645 Mal an Schulen vertreten, in Niedersachsen kam es zu 609 Auftritten. Damit fand fast jeder zweite Bundeswehr-Schulbesuch in einem dieser drei Bundesländer statt. In Berlin teilte das Verteidigungsministerium 150 Auftritte mit, die wenigsten Schulbesuche gab es im Saarland (21) und in Bremen (14). Die Linken-Abgeordnete Nicole Gohlke äußert sich kritisch. "Diese ungezügelte Bundeswehrpräsenz an Schulen ist ein politischer Skandal", sagte Gohlke der "Rheinischen Post". "Eine Armee, die dringend Nachwuchs benötigt, kann kein neutraler Bildungsanbieter sein. Ihr Zugang zu Klassenzimmern kann niemals ein Beitrag zur politischen Bildung sein", kritisiert sie. 

Russland zieht nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus der Ukraine verschleppte Kinder in die eigene Armee ein, nachdem sie während des Krieges volljährig geworden sind. "Das ist schrecklich, und das muss aufhören", sagt Selenskyj beim Ibero-Amerikanischen Gipfel in Madrid. Russland habe Tausende ukrainische Kinder entführt. Um das zu stoppen, müsse die Welt von diesen Verbrechen erfahren: "Bitte sprecht darüber und sorgt dafür, dass die Welt von diesen Verbrechen hört." Bislang seien 2790 Kinder in die Ukraine zurückgekehrt, teilt Selenskyj mit. 

Grünen-Parlamentsgeschäftsführerin Irene Mihalic kritisiert den Auftritt der Ex-Sprecherin und Kritikerin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Julija Mendel, bei einer AfD-Veranstaltung im Bundestag scharf. "Mendel betreibt Täter-Opfer-Umkehr in Reinkultur, und die AfD nimmt diese Propaganda gerne für ihren prorussischen U-Boot-Einsatz im deutschen Parlament auf", sagt Mihalic der "Rheinischen Post". "Das hat mit Meinung nichts zu tun, Frau Mendel beschönigt einen verbrecherischen Akt und tut gleichzeitig so, als müsse die Geisel ihren Widerstand aufgeben, damit die Geiselnahme beendet werden kann. Diese Verdrehung ist einfach nur widerlich und darf in den Räumen des Deutschen Bundestages keinen Platz haben", fordert sie. 

US-Präsident Donald Trump hat einen "sehr großen" Deal mit Russland vorausgesagt, der nicht nur die Ukraine, sondern möglicherweise "ganz Europa" betreffen könnte. "Er wird mehr als die Ukraine umfassen, und ich könnte sogar sagen, dass er ganz Europa umfassen könnte", sagt Trump vor Journalisten im Oval Office. Nach eigenen Angaben hatte der US-Präsident zuvor unangekündigt Kreml-Berater Kirill Dmitrijew im Weißen Haus in Washington getroffen. "Ich kann Ihnen nicht sagen, worüber ich gesprochen habe", sagt Trump. "Ich sage Ihnen nur: Es wird eine Übereinkunft geben, es wird eine große Übereinkunft geben." Er fügt hinzu: "Es wird ein großes, schönes Abkommen werden, und alle werden begeistert sein." Mit Vertretern der Ukraine, die ebenfalls nach Washington gereist waren, traf sich Trump nach eigenen Angaben nicht. Mehr dazu hier.

Der prorussische Kriegsblogger Wladimir Romanow, bekannt als "Romanov Lite", veröffentlicht seit sechs Tagen nichts mehr in seinem Telegram-Kanal mit 150.000 Abonnenten. Das bemerkt "Astra", ein unabhängiger russischer Telegram-Nachrichtenkanal. Zuvor postete Romanow mehrmals täglich. Er ist nach einem Beitrag über die Evakuierung aus Oleschky verstummt: Demnach sind 17 Busse mit Einwohnern in die Ukraine gefahren, aber nur vier auf russisch kontrolliertes Gebiet. Der Beitrag ist inzwischen gelöscht. Propagandist Wladimir Solowjow forderte im Fernsehen, den Blogger ins Gefängnis zu schicken. Der Telegram-Kanal "Agregator Prawdy", der sich auf Quellen aus dem Sicherheitsapparat beruft, berichtet, dass ein Strafverfahren wegen "Fake News" droht. 

Original Source
https://www.n-tv.de/politik/07-21-Ukraine-Russland-bombardiert-Kraftwerk-id30859357.html
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